Anna Mrzyglod, 1979 in Polen geboren, ging nach ihrem Abschluss an der renommierten Schule für Kunstschnitzerei in Zakopane und an der Fakultät für Bildhauerei der Schlesischen Universität unter der Leitung von Prof.Jerzy Fober nach Deutschland.
In ihrem Düsseldorfer Atelier schafft sie großformatige Objekte aus Massivholz bis hin zu illusionistischen Skulpturen, bei denen der Betrachter das Gleichgewicht zwischen dem, was er kennt, und dem, was er sieht, verliert. Die Illusion von Leichtigkeit in den Holzskulpturen ist nichts anderes als eine perfekt ausgeführte Holzbearbeitung! Anna beherrscht die Kettensäge mühelos, was es ihr leicht macht, den Effekt von Plastikballons zu erzielen, die als Pop-Art-Motive in ihrem Schaffen häufig wiederkehren. „Das aggressive Dröhnen der Kettensäge schließt die Zartheit des Effekts nicht aus“, sagt sie. „Die Säge ermöglicht es mir, meine Wildheit zu kontrollieren, und die Effekte sind mein Schutzschild.“ Sie konzentriert sich auf das Thema Kindheitserinnerungen und -erfahrungen, aber auch auf das Problem der Ablehnung, der Vergänglichkeit und des Verlusts. Die Kindheit wirkt wie ein Prisma, denn sie bricht durch alle späteren Erfahrungen hindurch, wie sie selbst sagt. Ihr Portfolio ergänzt sich mit Themen wie sozialer Benachteiligung oder Ausgrenzung.
Anna arbeitet ohne Tonmodelle und geht mit Schwung an den Baumstamm heran. „Meine Gedanken entspringen oft meiner Kindheit, aber sie kommen auch aus dem Nichts und fließen ins Nichts, und dann – Ich denke, also bin ich! Oft schaffe ich Skulpturen nach meinen Gedanken, und erst mit der Zeit suche ich ein Modell für die begonnene Skulptur. Aber das ist keine stille Kontemplation, sondern jedes Mal eine laute, staubige, aber zugleich wunderschöne Performance!“
Anna schafft auch großformatige Kompositionen aus Massivholz, die eine Umkehrung ihrer idealisierten Objekte darstellen. Roh, unpoliert, mit sichtbaren Sägespuren, wie z. B. „DNA der Seele“, oder sehr frühen Zyklen, die die festgelegten Geschlechterrollen hinterfragen, wie „Coincidentia Oppositorum. Anna Mrzyglod beteiligt sich regelmäßig an großen Projekten im Bereich der illusionistischen Malerei, wie z. B. der Gestaltung des Seidenweberhauses in Krefeld (2021), ein großes Gemälde über bedrohte Raubkatzenarten für den Fernsehsender Servus TV in Wien im Jahr 2018, das Porträt von Udo Jürgens am Wörthersee im Jahr 2018 oder das Chalk Festival 2019 in Venice, Florida, USA.
Sie nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa teil und gewann mehrere Kunstpreise, darunter die Nominierung für den NRWStaatspreis Manufaktum 2021, die Präsentation der gigantischen Klangskulptur „The Bear“ im Museum Kunstpalast in Düsseldorf im Rahmen der Ausstellung „Die Grosse 2022“, sowie der Art Zuid Biennale 2023 in Amsterdam, ein weiterer Kunstpreis kam 2025 in Berlin-Spreewald für die Teilnahme am interdisziplinären Projekt „Biodiversität, alles ist mit allem verbunden“.









