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Einladung zur Ausstellung

Kristine Tusiashvili – Samstag 25.09.21 – Bilkerstraße 1

Kristine Tusiashvili einzigartige visuelle Sprache ist ein System kodierter Zeichen die eine unendliche Kette assoziativer Ströme erzeugen Ein Foto oder bewegtes Bild das sich auf einer metaphorischen Verbindung von Farben Formen Substanzen Texturen und Konzepten aufbaut wird ständig mit neuer Bedeutung aufgeladen und gibt Anstoss zu den weiteren Entschlüsselungen Das Prinzip der dualen Kodierung schafft den freien Raum für die Neubewertung traditioneller Konzepte die sowohl der Autor als auch der Rezipient gleichzeitig „genießen“

Kristine Tusiashvili führt die Zuscheur nicht zur Lösung der codierten Symbole, sondern mit ihren individuellen Sprachformen öffnet für sie endlose Portale. Sich in ihre Kunstwerke zu begeben, bedeutet nicht, etwas zu sehen, nein, es ist eher eine temporäre Beziehung zu jenen unantastbaren Fragmenten, Verhältnissen und Zuständen, die uns ständig entgleiten. Die vielfältigen visuellen Codes, die sie präsentiert, sind keine Bezeichnungen, sondern Anspielungen, die nur eine Illusion der Referenzialität hervorrufen. Aus dem Strom dieser unterschiedlichen und untatsbaren Formen, Bildern, Körpern und Farben entsteht eine riesige Palette von sich gegenseitig provozierenden Empfindungen und Visionen. Die Autorin erzählt von Freude, Schmerz, Ruhe und Bewegung, sie bewegt sich zwischen dem Konkreten und Abstrakten, dem Ästhetischen und Gemeinen. Die Künstlerin erzählt ihre eigene reale Geschichte über das Universelle – über die schwierigen Beziehungen, über die verlorenen und entdeckten Körper, über die aufgelösten und wiederhergestellten Kontakte.

Gefühle, die in Farben erzählt und hinter ihnen versteckt werden, Ideen, die in Farben verwandelt werden, und Farben, die in Körper verwandelt werden, sind dann so genügsam, dass sie die Macht der Form erlangen und in einen körperlichen oder ideologischen universellen geheimen erotischen Dialog mit drapierten Texturen oder Stoffen eintreten – sei es eine matte Flüssigkeit, oder ein mit mehreren Brustwarzen verzierter Tisch, oder eine nackte Brust hinter einem durchsichtigen Tuch, oder ein brennender Busch, der schließlich auf den farbigen Flecken zu Asche wird.

Kristine Tusiashvilis bunte Formen, als eine Art Zeichen der modernen Welt, werden in universelle Symbole verwandelt. Ihre Bedeutung tritt in die Kommunikation ein und bezieht sich auf eine Idee oder ein Gefühl, die im Zuschauer bereits verankert sind, aber wieder zu beleben brauchen. Der farbige Eros der Künstlerin ist überall – in den bewegten Bildern und Fotos, er berührt alles, die Zuschauer mithin. Aber es ist unmöglich, ihn zu erwischen und sein Wesen zu erklären. Als Raum der Kommunikation und gleichzeitig als Objekt der Betrachtung lassen diese bildlichen Visionen ihre Würzel in unser Gedächtnis für immer, bleiben aber ein ständiges Rätsel.

Ketevan (Keti) Shavgulidze, Doktorin der Kunstwissenschaften